Montag, 7. November 2011

Bundesliga: Ausgeglichen stark wie nie oder Angleichung auf niedrigem Niveau?

Ein Aufsteiger als Tabellenführer, der jetzt allerdings schon drei Pflichtspiele in Folge nicht gewinnen konnte und nur ein Tor erzielte. Eine Wiener Austria die in den letzten drei Spielen immer 2:2 spielte und seit einem Monat auf einen Sieg wartet. Eine Rapid-Mannschaft die sich laut diversen Medien in der Krise befindet, allerdings nur zwei Punkte hinter der Austria auf dem dritten Platz liegt. Eine Salzburger Redbull-Mannschaft die in der Liga seit dem 18. September auf einen Sieg hofft. Ein schwarz-weißes Lazarett beim SK Sturm, das durch zahlreiche Verletzungen immer wieder größer wird und eine Rieder Mannschaft die seit einem ganzen Monat ungeschlagen ist.

Das alles und noch einiges mehr bietet die österreichische Bundesliga in den letzten Wochen. Doch alles der Reihe nach...

Der überraschende Höhenflug von Aufsteiger Admira endete nach dem spannenden 4:3 gegen Rapid. Nach der Länderspielpause (wo Hosiner sein Teamdebüt feiern konnte) kamen die Niederösterreicher nur schwer in die Gänge. Der 3:2-Sieg gegen die Innsbrucker erfolge in letzter Sekunde. Diesem Spiel folgte ein 1:3 gegen Sturm im ÖFB-Cup und zwei 0:0 in den Auswärtspartien gegen Mattersburg und Wiener Neustadt. Gegen die vermeintlich "kleinen" Clubs tut sich auch die Admira anscheinend extrem schwer; gut verteidigen und schnell kontern spielts nicht, wenn man selbst als Favorit in das Spiel geht.

Die Austria frustet sich schon beinahe von Spiel zu Spiel, der letzte Sieg in der Liga datiert vom 2. Oktober gegen Red Bull, als Grünwald mit einem Last-Minute-Treffer das 3:2 fixierte. Danach folgte eine 1:2-Niederlage gegen Ried (wo der Schiedsrichter im Mittelpunkt stand) sowie fünf Unentschieden in Folge in der Bundesliga und Europa League. Einem 1:1 im Wiener Derby und einem 2:2 gegen Alkmaar folgten drei weitere 2:2 (Alkmaar-Rückspiel, Kapfenberg auswärts, Innsbruck zuhause). Besonders schrecklich für die Austria waren die Patzer von Tormann Grünwald, der vor einer Woche nun durch Heinz Lindner ersetzt wurde. In der Defensive sind sich Margreitter und Ortlechner oft nicht einig, es herrscht desöfteren Verwirrung im Austria-Strafraum. In der Offensive verloren Barazite und vor allem Gorgon ihre Gefährlichkeit, die sie vor einigen Wochen noch auszeichneten. Roland Linz kam meistens von der Bank und vergab einige 100%ige Torchancen kläglich. Eine Vorschau auf die nächsten Wochen zeigt, dass die Austria nach der nun folgenden Länderspielpause (Österreich duelliert sich im freundschaftlichen Spiel mit der Ukraine) in die Südstadt zum Tabellenführer Admira muss, danach Peter Stöger und seine Neustädter empfängt und am 30. November in der Ukraine im wohl entscheidenden Spiel gegen Metalist Charkiw um den Aufstieg kämpft.

Rapid kam mit wenig Elan aus der Länderspielpause und erreichte nur ein schwaches 1:1 gegen Wr. Neustadt vor eigenem Publikum. Die Hütteldorfer konzentrierten sich nach der Führung durch Drazan nur noch auf das Verteidigen und fingen sich kurz vor Ende des Spiels noch einen fragwürdigen Elfer ein. Im Derby folgte das klassische 1:1, ehe man im Cup gegen die SV Ried scheiterte. Ein 1:1 nach 90 eher harmlosen Minuten folgte ein Hadzic-Weitschuss der genau im Kreuzeck einschlug. Wieder einmal im Cup vorzeitig draußen, die Stimmung am Boden, "Vorstand raus"-Rufe hallten durch Hütteldorf. Doch mit einem völlig überraschenden 3:2 Sieg gegen Sturm Graz stand man in der Liga plötzlich wieder auf dem dritten Platz. Eine gute Leistung (ohne den verletzten Kapitän Hofmann) darf meiner Meinung nach nicht geschmälert werden, in dem man sagt, dass bei Sturm viele Stammkräfte gefehlt haben. Im letzten Spiel am vergangenen Samstag holte man ein 1:1 auswärts in Ried. Männer des Spieles waren die beiden Tormänner Gebauer und Payer die sich ordentlich angepatzt haben. So wird es nichts mit einer Einberufung ins Nationalteam. Mit einem Sieg im nächsten Spiel gegen Salzburg kann Rapid das Hoch weiter fortsetzen und wieder für gute Stimmung im Westen Wiens sorgen.

Der Gegner, Red Bull Salzburg, steckt aktuell - national gesehen - ziemlich in der Krise. Den letzten Sieg in der Liga feierten die Salzburger Mitte September gegen Wr. Neustadt. Diesem Spiel folgten Niederlagen gegen die Admira, Austria, Sturm und Mattersburg, sowie Unentschieden gegen Ried und Innsbruck. Positiv zu erwähnen ist, dass die Bullen dank einem Sieg gegen den LASK in der nächsten Cup-Runde stehen. In der Europa League ist ein Aufstieg in weite Ferne gerückt. Es wartet noch viel Arbeit auf den niederländischen Coach Ricardo Moniz.

Übrigens: Eine Antwort vom ÖFB betreffend den fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen in dieser Saison, haben wir nicht erhalten. Schade.

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