Donnerstag, 6. Oktober 2011

über diese herren spricht die liga

nach der 10. bundesligarunde kann man schon mal ein erstes fazit ziehen. der überraschende tabellenführer ist auch in diesem jahr der aufsteiger. die admira spielte eine top-hinrunde, kassierte nur eine einzige niederlage in der ersten runde gegen rapid. dem gegenüber stehen sechs siege und 23 erzielte tore.

auf den weiteren plätzen drängen sich unmittelbar hinter der admira die wiener austria (-1 punkt) und salzburg (-3 punkte). die salzburger verspielten ausgerechnet gegen die admira ihre tabellenführung und verloren gegen den verfolger austria die letzte partie mit 2:3.

mit ein bisschen abstand (-6) folgen rapid, ried und meister sturm graz (je -8). im "niemandsland" der tabelle stehen wieder einmal die innsbrucker (7. platz) ehe wr. neustadt, mattersburg und kapfenberg das schlusstrio bilden.

die folgenden herren waren die hauptfiguren der ersten hinrunde:

hans peter berger (admira)
der 30jährige startete als klare nummer eins in die saison und spielte die hälfte aller spiele. durch einige patzer (vor allem im spiel gegen die austria) zog er sich jedoch den ärger von admira-coach kühbauer zu, der kurzerhand ersatzgoalie tischler aufbot. dabei begann die saison für berger recht gut, immerhin wurde er sogar von teamchef constantini ins nationalteam einberufen. ob sich berger mit einem platz auf der bank zufrieden geben wird?

pascal grünwald (austria)
der wechsel von innsbruck nach favoriten war wohl für den tiroler goldrichtig. er bestritt alle partien und konnte dank hervorragender leistungen sein debüt im österreichischen nationalteam feiern. in den letzten partien griff grünwald jedoch vor allem bei hohen flanken in seinen strafraum ordentlich daneben und kassierte dadurch das eine oder andere vermeidbare tor.

helge payer (rapid)
payer kam mit einer guten form aus der sommerpause und konnte sich gegen neuverpflichtung jan novota klar als nummer 1 im tor der hütteldorfer durchsetzen. durch einige kleine verletzungen musste payer nun jedoch einige runden pausieren; patzte in zwei spielen fürchterlich (auswärts gegen sturm und admira) und war mitverantwortlich, dass beide partien verloren wurden.

christian gratzei (sturm graz)
in den länderspielen gegen deutschland bot gratzei noch sehr gute leistungen, ebenso wie in der cl-quali. eine verletzung stoppte jedoch den höhenflug des sturm-goalies. er muss einige monate pausieren, platz für cavlina machen und somit auch im nationalteam sein stammleiberl abgeben. war er vor einigen wochen noch bei schalke im gespräch, muss gratzei nun zusehen und hoffen, bald wieder fit zu sein.

thomas borenitsch (mattersburg)
der als nummer 1 in die saison gestartete svm-tormann musste gleich in der ersten runde einen herben rückschlag verkraften. er verschätzte sich bei einem ausschuss des gegnerischen tormannes, der ball landete direkt im tor. einige weitere patzer bescherten borenitsch nun einen platz auf der ersatzbank.

jörg siebenhandl (wr. neustadt)
mit oben angesprochenem ausschuss war der junge neustadt-keeper bereits in der 1. runde in aller munde. der "unbekannte junge" bekam von trainer stöger das vertrauen, dankte dies mit guten leistungen und wurde von interims-teamchef ruttensteiner als dritter tormann sogar für die beiden länderspiele gegen aserbaidschan und kasachsten nominiert.

christopher dibon (admira)
der admira-kapitän war schon im sommer immer wieder thema bei den großen vereinen - zumindest bei den fans in diversen fußballforen. verständlich! dibon zeigte auch in seinen ersten bundesliga-spielen sein talent, feierte im sommer sein länderspieldebüt und durfte sogar gleich über ein tor jubeln. wielange ihn die admira noch halten kann, steht in den sternen.

markus suttner (austria)
spätestens seit seinem traumtor gegen die sv ried, als ihm eine flanke abriss und im kreuzeck landete, steht suttner im blickfeld der nationalmannschaft. am anfang der saison wurde er einige male von austria-trainer daxbacher auf der ungewohnten position im defensiven mittelfeld eingesetzt, wo er gute leistungen ablieferte. auf seiner stammposition in der linken 4er abwehrkette fiel suttner durch gutes defensivverhalten und guter aktionen in der offensive auf.

petri pasanen (salzburg)
der wohl bekannteste neuzugang der salzburger ist petri pasanen. der aus bremen gekommene innenverteidiger passte sich jedoch dem niveau der österreichischen bundesliga an und wird meiner meinung nach von spiel zu spiel unsicherer und fehleranfälliger. am anfang noch eine bank in der salzburger verteidigung lässt sich pasanen nun etwas verunsichern, bildet mit sekagya nicht gerade das sicherste iv-duo in der liga.

ragnvald soma (rapid)
im sommer wurde der vertrag des norwegers zur überraschung vieler fans verlängert. laut rapid-coach schöttel würde soma eine wichtige rolle für rapid spielen. zu saisonbeginn stand die defensive rapids recht gut, soma bildete mit pichler eine gute innenverteidigung. doch spätestens seit dem derby spielt soma auf dem niveau der letzten saison, macht anfänger-fehler und verunsichert mit seinem spiel auch seine kollegen in der verteidigung. das von schöttel angesprochene "gute stellungsspiel" ist nicht vorhanden und kann daher auch nicht seine nicht existente schnelligkeit kompensieren.

oliver glasner (ried)
nach einem zusammenstoss mit rapid´s mario sonnleitner musste oliver glasner im spiel gegen rapid mit einer gehirnerschütterung vom feld. und es sollte sein letztes spiel bleiben. nach einem training vor dem europa-league spiel gegen bröndby kam es zu einer blutung zwischen gehirn und harter hirnhaut, das noch am gleichen tag operiert werden musste. glasner überstand die op gut und gab zwei wochen danach sein karriereende bekannt.

inaki bea (innsbruck)
der spanier erlebte in den letzten monaten so einiges. nach dem spiel gegen red bull salzburg wurde gegen bea ein rassismusverfahren eingeleitet, da ihm vorgewurfen wurde den salzburg-verteidiger sekagya mit rassistischen äußerungen beleidigt zu haben. das verfahren wurde jedoch eingestellt. im august wurde der innenverteidiger von einem auto am trainingsgelände erfasst und gegen eine wand geschleudert. gott sei dank ist nichts gröberes passiert.

patrik jezek (admira)
der 34jährige tscheche kann es noch immer. er kam in allen 10 spielen zum einsatz, erzielte vier tore und war wohl bei den meisten gefährlichen offensivaktionen der niederösterreicher beteiligt. am vergangenen wochenende erzielte er im spiel gegen rapid sogar zwei tore und wurde vor der partie geehrt, da er nun der legionär mit den meisten einsätzen in der österreichischen bundesliga ist.

alexander grünwald (austria)
der zweite grünwald bei der wiener austria kehrte im sommer zurück ins horr stadion, nachdem er in der letzten saison in wr. neustadt sehr gute leistungen gezeigt hat. der zentrale mittelfeldspieler kam in neun spielen zum einsatz und durfte drei mal über ein tor jubeln. daxbacher ist mit dem blondschopf zufrieden, auch wenn er seinen körperlichen zustand zu beginn der saison kritisierte.

alexander gorgon (austria)
der violette aufsteiger dieser saison ist alexander gorgon. der 22 jährige flügelspieler besticht durch eine hervorragende technik und spielte marko stankovic aus der mannschaft. im letzten spiel gegen salzburg gelang ihm mit einem sehenswerten heber beinahe sein zweites saisontor.

simon cziommer (salzburg)
der deutsche mittelfeldspieler sorgte in den letzten wochen für gesprächsstoff - allerdings nicht wegen seiner leistungen, sondern viel mehr aufgrund der tatsache, dass er trotz verletzung spielen muss! die aussage von seinem trainer moniz muss man sich auf der zunge zergehen lassen: "es ist schmerzhaft, aber es kann nichts kaputt gehen. da muss er durch, das ist sein beruf". cziommer benötigt eine operation, würde damit fünf wochen ausfallen. das ist moniz zu lange, cziommer muss bis zum winter durchhalten.

christoph saurer (rapid)
55 minuten - soviel spielpraxis erhielt der offensive mittelfeldspieler christoph saurer in den ersten 10 spielen. viele fragen sich, warum saurer absolut keine chance erhält. schöttel dürfte sein "körperloses spiel" stören, darüberhinaus dürften die trainingsleistungen nicht passen. saurer dachte im spätsommer an einen wechsel zur sv ried, der sich jedoch zerschlug. bei rapid hatte saurer bereits drei trainer (pacult, barisic, schöttel) - unter keinem hatte er ein "leiberl".

daniel royer (hannover/ried)
die heißeste transferaktie im vergangenen transferfenster war sicherlich daniel royer. der junge steirer schaffte bei der sv ried seinen durchbruch, feierte sein länderspieldebüt und wechselte schlussendlich sogar in die deutsche bundesliga zu hannover 96. das theater zwischen austria-sportdirektor parits und ried-manager reiter wurde von emotionen dominiert. die austria wollte royer unbedingt, erhielten von reiter jedoch eine klare absage.

manuel weber (sturm graz)
dem defensiven mittelfeldspieler der grazer gelang im letzten jahr ein ordentlicher aufstieg. durch beeindruckende leistungen wurde weber kapitän bei sturm und logischerweise auch ins nationalteam einberufen. weber bildet gemeinsam mit rückkehrer jürgen säumel das zentrale mittelfeld. für mich ist weber - wenn er so weiterspielt - ein heißer kandidat für einen auslandstransfer.

wilfried domoraud (mattersburg)
der französische mittelfeldspieler der burgenländer kam im sommer aus der zweiten spielklasse und überraschte mit wirklich guten auftritten für den svm. domoraud wurde in allen spielen eingesetzt und überzeugte mit einer brillianten technik und spielintelligenz. einzig vor dem tor ist er noch nicht gefährlich geworden. wenn sich das im laufe der saison noch ändern sollte, könnte domoraud den nächsten schritt wagen und zu einem verein wechseln, der in der oberen tabellenhälfte mitspielt.

philipp hosiner (admira)
mit sechs erzielten toren in acht spielen zählt philipp hosiner definitiv zu den torgefährlichsten spielern der liga. und das, obwohl der von der vienna gekommene angreifer, in den ersten spielen unter kühbauer nicht mal gesetzt war. hosiner erkannte erst nach ein paar spielen den ernst der lage. spätestens im spiel gegen die austria platzte ihm der knoten. dank seiner top-leistungen steht hosiner nun erstmals im kader der nationalmannschaft.

issiaka ouedraogo (admira)
hosiner´s genialer sturmpartner ist issiaka ouedraogo. der stürmer aus burkina faso kam im sommer ablösefrei vom sv grödig und schlug in der südstadt wie ein blitz ein. vier tore, sechs gelbe karten und jede menge feine aktionen.

nacer barazite (austria)
der 21 jährige holländer ist der heurige mr. europacup. in acht spielen in der europa-league erzielte er neun tore. in der bundesliga war er viermal erfolgreich. barazite weiß, dass er sich nun bei der austria ins rampenlicht spielen kann, für internationale vereine natürlich interessant wird. wir werden sehen, wie es mit ihm weitergeht. vielleicht schlägt er ja einen ähnlichen weg ein wie einst nikica jelavic. laut einem sky-interview wäre parits nicht abgeneigt, barazite gegen eine kräftige ablösesumme einzutauschen.

alan (salzburg)
der pechvogel der bisherigen saison - abgesehen von dem tragischen karriereende von glasner - ist sicherlich der brasilianer alan. vor seiner verletzung traf alan aus allen positionen. sechs tore im europacup, fünf tore in bundesliga und cup. sind 11 tore in 11 spielen. am 28. august zog sich alan im spiel gegen rapid einen kreuzbandriss zu und fällt für das restliche jahr aus.

leonardo (salzburg)
der zweite brasilianer bei den salzburgen - leonardo - kam von nec breda und explodierte in den letzten runden so richtig. nach anfänglichen schwierigkeiten - wo leonardo zu verspielt wirkte, nicht sehr spritzig und lauffreudig wirkte - blüht er jetzt auf und beginnt langsam auch zu treffen. vier tore in 18 spielen sind jedoch noch kein berauschender wert.

casanova (ried)
der herr mit dem verführerischen namen (ignacio diaz-casanova montenegro) kam im sommer aus alicante und überraschte ein wenig mit seiner treffsicherheit. acht spiele, drei tore - ein akzeptabler wert für einen stürmer der nur vier mal in der startelf war.

patrick bürger (mattersburg)
ein meiner meinung nach etwas unterschätzter angreifer ist patrick bürger. der svm-angreifer ist vor allem im kopfballspiel brandgefährlich. so verwundert es nicht dass er schon fünf tore erzielen konnte. fürs nationalteam reichts noch nicht, bin jedoch schon gespannt, ob er im nächsten jahr vielleicht schon bei einem etwas größeren klub unter vertrag steht.

die dauerbrenner der bisherigen saison:

gernot plassnegger (admira)
manuel ortlechner (austria)
florian klein (austria)
pascal grünwald (austria)
eddie gustaffson (salzburg)
thomas reifeltshammer (ried)
thomas gebauer (ried)
inaki bea (innsbruck)
thomas abraham (innsbruck)
jörg siebenhandl (wr. neustadt)
mario reiter (wr. neustadt)
adnan mravac (mattersburg)
dominique taboga (kapfenberg)
raphael wolf (kapfenberg)

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