Donnerstag, 13. Oktober 2011

Das Spiel mit den Ticketpreisen

In zehn Tagen ist es wieder mal soweit - Derbytime in Wien! Und wie vor jedem Derby gibt es auch diesmal reichlich Gesprächsstoff im Vorfeld. Diesmal sind es die Ticketpreise, die die Gemüter erhitzen lassen.

Dass sich Rapid und Austria beim "Ausnehmen" der gegnerischen Fans in den letzten Jahren nicht gerade zurückgehalten haben, ist ja nichts neues. Doch die Preise für das kommende Derby am 23. Oktober sprengen alles bisher dagewesene.

Früher, und da spreche ich von den letzten 3-5 Jahren, war es üblich, für Gästesektor-Tickets zwischen 16 und 18 Euro zu verlangen. Darüberhinaus gab es Ermäßigungen für Kinder, Jugendliche, Studenten, Präsenzdiener und Pensionsten. Nichts aufregendes also, die ganz normale Vorgehensweise, so wie immer.

Doch in den letzten beiden Jahren übertrumpfen sich die beiden Wiener Bundesligaklubs, erhöhen Spiel für Spiel regelmäßig die Ticketpreise für die Gästefans. Kletterten die Preise bis zuletzt auf 21 Euro für eine Vollpreiskarte, so sind es für das nächste Derby bereits satte 25 Euro. Ermäßigungen gibt es keine mehr.

Zu einem kleinen Teil kann man die Vereine aus folgenden Gründen auch ein bisschen verstehen: es gibt genügend Fans, die sich in der Vergangenheit mit Kinder-Tickets eingedeckt haben, obwohl sie die Altersbegrenzung deutlich überschritten haben. Hier wurde am Eingang aufgrund der großen Masse die knapp vor Spielbeginn noch vor dem Sektor auf den Einlass warten musste, einfach schlampig kontrolliert. Dadurch entging dem Heim-Verein natürlich einiges an Eintrittsgeldern.

Desweiteren dürften die Vereine das Prinzip verwenden "Nachfrage bestimmt den Preis". Und die Nachfrage für Derbykarten war immer riesig. Ich bin auch davon überzeugt, dass selbst bei Preisen von 30 Euro die Sektoren ausgelastet wären.

Doch ist die Vorgehensweise der Vereine in Ordnung? Es heißt immer "Der Fußball muss leistbar bleiben". Auch die "Einfachen Leute" sollen sich einen Stadionbesuch leisten können. Doch ganz ehrlich: Wie soll sich ein Schüler mit geringem Taschengeld eine Eintrittskarte, die 25 Euro kostet, leisten können? Wo nimmt diese andauernde Preiserhöhung ein Ende?

Nur um das auch noch klar festzuhalten - obwohl ich bekannterweise eingefleischter Rapid-Fan bin, ist das absolut kein alleiniger Vorwurf an die Wiener Austria. Wie ich in diversen Foren vernommen habe, hat auch Rapid bereits beim letzten Derby im Happel-Stadion Karten ohne Ermäßigungen für 21 Euro verkauft. Hier ist beiden Vereinen ein großer Vorwurf zu machen! Der "Dumme" in diesem Fall ist wieder einmal der Fan, der seine Mannschaft live vor Ort unterstützen möchte.

Meiner Meinung nach muss diesem Trend ein Riegel vorgeschoben werden!

In Deutschland wurde bereits ein Zusammenschluss gegründet, der gegen die teuren Kartenpreise für Gästefans aufmerksam macht und bereits einige Aktionen gesetzt hat. "Kein Zwanni für nen Steher!" nennt sich dieser Zusammenschluss, der als letzten Erfolg vermelden konnte, dass Dortmund ab sofort auf sogenannte "Topzuschläge" für Stehplatzkarten der Gästefans verzichtet.

Ob ein Boykott der Fanszene auch in Österreich zur Debatte steht, kann ich nicht beurteilen. Meine persönliche Meinung ist jedoch, dass die Grenze bald überschritten wird, wenn die Preiserhöhungen in dieser Tonart weitergehen.

Eine weitere "Neuerung" die im nächsten Derby auftreten wird, ist die Teilung der Westtribüne. Bis zuletzt war die komplette Westtribüne beim Derby für die Gästefans reserviert. (siehe hier auf einem Bild der Tornados Rapid).

In Zukunft werden die Rapid-Fans im ehemaligen "Minopolis-Eck" (auf dem Foto ganz rechts) und einem Teil der Westtribüne stehen; die Austria-Fans finden ihren Platz auf der anderen Seite der Westtribüne.

Somit erhält Rapid statt der üblichen 2.500 Karten, wirklich nur exakt 10% der Gesamtkapazität des Horr-Stadions, also 1.250 Karten.

Ich verstehe zwar, dass die Austria ihren Heimvorteil so gut wie möglich nutzen möchte und soviele Austria-Fans wie möglich ins Stadion bekommen will. Allerdings bin ich extrem gespannt wie die Trennung der Westtribüne aussehen wird und hoffe, dass wir am Tag nach dem Derby keine negativen Schlagzeilen lesen müssen. Den Vorwurf, dass die Sicherheit durch die Trennung der Tribüne nicht mehr gegeben war, müssten sich die Verantwortlichen der Austria im Fall der Fälle gefallen lassen.

Es wird jedoch in den seltensten Fällen so heiß gegessen wie gekocht, daher hoffen wir auf das Beste und das kann nur ein sportlich wertvolles Derby sein, das ohne Zwischenfälle über die Bühne geht!

Kommentare:

  1. Ich als Austrianer muss dir da wirklich voll Recht geben....bei den Top-Spielen wie es das berühmte Wiener Derby ist, explodieren die Preise und den Verantwortlichen fällt immer iwas ein um dem Gegner eins reinzu würgen :( Und das die Kapazität von 2500 auf 1250 reduziert wurde kann ich nur zum teil verstehen....die Austria wird eine Stadion-Sperre für Derbys ned in kauf nehmen wollen. Damit mein ich das sich 1250 leute besser beruhigen lassen als 2500 leute (bzw von beruhigen kann da ja eig gar ned die rede sein, aber du wirst wissen was ich meine) Ist zwar unfair aber wir denken da alle an das vorletzte derby zurück :( ist leider passiert und da würde glaub ich die Rapid ned anders reagieren wenn die Austrianer sowas veranstaltet hätten.....

    Lg

    Anonymus PC

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  2. so hab ich das noch gar nicht gesehen, dass das ein beweggrund für die austria sein könnte, den gästesektor zu verkleinern. aber denkst du nicht, dass gerade auch dieser umstand die situation negativ beeinflussen könnte? meine befürchtung ist nämlich, dass es ganz schnell böse enden könnte, wenn die austria rasch mit ein, zwei toren führt und direkt neben den gästefans, die sich leider immer wieder schnell zu dummen aktionen hinreissen lassen (egal, ob jetzt rapidler, austrianer, grazer, etc.) die heimfans jubeln und sicher auch provozieren. jeder der schon mal auswärts dabei war, weiß, wieviele leute im sektor sind die entweder nicht nachdenken oder schon soviel getrunken haben, dass sie gar nicht mehr nachdenken können. wie gesagt, ich hab so meine zweifel, hoffe jedoch, dass absolut nix passieren wird.

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  3. ich versteh die höheren karten und abopreise. die austria hat sehr viel investiert in den letzten jahren und als austrianer ist es meine pflicht das auch mitzufinanzieren. und zu den auswärtskarten folgendes, jetzt stell die vor du bist der manager eines klubs bekommst du lieber 31250.- (25.-)für die 1250 karten oder 22500.- (18.-)?

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